Netzwerk Kirchenasyl Rheinland-Pfalz/Saar in Büchenbeuren gegründet

  • Dieter Junker
  • Dieter Junker

Kirchenasyl ist im Kirchenkreis Simmern-Trarbach schon lange ein wichtiges Thema. Bereits mehreren Asylbewerbern wurde hier von Kirchengemeinden Asyl gewährt. In einigen Fällen kam es zu Strafanzeigen gegen Pfarrerinnen und Pfarrer. In diesem Sommer beschloss die Kreissynode, dass künftig auch der Kirchenkreis neben den Kirchengemeinden Betroffenen Kirchenasyl bieten kann.

Damit wollte der Kirchenkreis Simmern-Trarbach das Kirchenasyl auf eine breitere Basis stellen, aber auch ein Stück Solidarität zeigen. Solidarität und Kooperation, das soll es beim Kirchenasyl nun auch auf Landesebene geben. In Büchenbeuren hat sich daher nun ein Netzwerk Kirchenasyl Rheinland-Pfalz/Saar gegründet, um so die örtliche Arbeit stärker miteinander zu verbinden, aber auch, um bei Fragen von Kirchenasylen besser zu kooperieren und eine Beratungsstruktur zu entwickeln.

„Das Thema Kirchenasyl begleitet uns im Kirchenkreis, aber auch in der Landeskirche schon lange“, betonte Superintendent Markus Risch in Büchenbeuren. „Es gibt schon länger Überlegungen, wie wir in Rheinland-Pfalz und im Saarland zu einer besseren Vernetzung der Engagierten in diesen beiden Bundesländern in Fragen des Kirchenasyls kommen können“, machte auch Kirchenrat Rafael Nikodemus von der Evangelischen Kirche im Rheinland bei dem Treffen klar. Es sei wichtig, diese Arbeit zu stärken, zumal es immer schwerer werde, Gemeinden zu finden, die ein Kirchenasyl durchführen würden. „Gleichzeitig gibt es aber dennoch immer noch sichere Orte für Flüchtlinge wie hier im Kirchenkreis Simmern-Trarbach und der Bedarf für ein Kirchenasyl wächst auch“, machte Nikodemus deutlich.

Dennoch gibt es auch Probleme. „Es wird immer schwerer, Gemeinden zu finden, die Kirchenasyl gewähren“, mahnt Lisa Kurapkat, die Synodalbeauftragte für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Simmern-Trarbach. Oft bestehe auch viel Unkenntnis über ein Kirchenasyl, betont auch Sandra Menzel, die Pfarrerin der Kirchengemeinde Büchenbeuren-Laufersweiler-Gösenroth.

In Rheinland-Pfalz gibt es aktuell fünf laufende Kirchenasyle in evangelischen Kirchengemeinden, wie Uli Sextro von der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz, erklärte. Vor wenigen Monaten seien es noch 15 Kirchenasyle gewesen.

„Auch wenn es aktuell hier in der Region nicht so viele Kirchenasyle gibt, so gibt es doch viele Fragen, die zu klären sind. Und gerade in Asylfragen ist vieles in Bewegung“, unterstrich Rafael Nikodemus. Aktuell erhalte die Landeskirche zudem auch aus Rheinland-Pfalz viele Anfragen zu Kirchenasyl, daher sei ein solches Netzwerk wichtig für die konkrete Arbeit, war er überzeugt.

Dies unterstrich auch Dietlind Jochims von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschlands. Sie ist Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche. „Hier geht es um eine andere Form von Kooperation und Zusammenarbeit, um eine gegenseitige Stärkung und Ermutigung, um Beratung und den Austausch. Und dafür ist ein Netzwerk total hilfreich“, warb sie in Büchenbeuren für entsprechende Strukturen auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Und mit Blick auf vergleichbare Netzwerke in anderen Bundesländern gab sie zu bedenken: „Netzwerke sind ziemlich gut und können ziemlich viel tun.“

Anwesend waren bei dem Treffen in Büchenbeuren Vertreterinnen und Vertreter von Diakonischen Werken in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, dem Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz, der Evangelischen Kirche der Pfalz, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie aus mehreren Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie alle wollen in dem neuen Netzwerk mitwirken.

Das Netzwerk wird nun seine Arbeit aufnehmen. In Büchenbeuren erklärten sich sechs Personen bereit, die künftige, weitere Arbeit des neuen Netzwerks zu koordinieren. Dies sind die beiden Synodalbeauftragten für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, Sandra Menzel und Lisa Kurapkat, Uwe Rau von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Patricia Schmidt-Luxa vom Diakonischen Werk der Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach, Leonie Weber vom Diakonischen Werk An Nahe und Glan sowie Sina Zimmermann vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Koblenz.