Kirchenkreis diskutiert über ein Haushaltskonsolidierungskonzept

  • Dieter Junker
  • Dieter Junker

Der Kirchenkreis Simmern-Trarbach muss sparen. Die Mitgliederzahlen sinken, die Ausgaben steigen, für 2027 wird mit einem Defizit im kreiskirchlichen Etat von rund 650.000 Euro gerechnet, in den Folgejahren würde dieser Betrag weiter steigen, wenn nichts verändert wird. Darum wurde ein Haushaltskonsolidierungskonzept für den Kirchenkreis mit einer Aufgabenkritik erarbeitet, das bei einer Mitarbeitendenversammlung in Kirchberg sowie der Presbyter-Pfarrer-Konferenz in Büchenbeuren vorgestellt wurde. Und das zahlreiche Einsparungen in den kommenden Jahren vorsieht. Entscheiden darüber wird die Kreissynode, die am 12. und 13. Juni in Gemünden zusammenkommen wird.

„Das ist für uns schon eine große Herausforderung und wir stehen da jetzt erst noch am Anfang. Doch wir müssen diese Schritte nun gehen“, unterstrich Superintendent Markus Risch in Kirchberg. Und Pfarrer Christian Hartung, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die dieses Konzept erstellt hat, gab zu bedenken: „Es wird überall Veränderungen geben, wir sitzen alle in einem Boot, daher wird es viele Arbeitsbereiche betreffen.“ Die dafür erforderliche Diskussion über Einsparungen und eine Neuausrichtung der Arbeitsstrukturen solle nun starten, so der Synodalassessor.

Bis 2030 sollen sich die ersten Spareffekte im Kirchenkreis zeigen. Denn dann greifen auch die Beschlüsse der Kreissynode für die Umsetzung des Konzeptes, das vor zwei Jahren von der AG Simmern-Trarbach 2030 vorgelegt worden war. Danach soll es im Kirchenkreis dann zehn Pfarrstellen, zehn Gemeindepädagogikstellen und vier Stellen in der Kirchenmusik geben, zusammengefasst in fünf Multiprofessionellen Teams, die die unterschiedlichen Gemeinden vor Ort betreuen werden, dazu der Fachbereich Gemeindenahe Dienste mit den Gemeindebüros und der Unterstützung der Presbyterien durch ein Gemeindemanagement.

Das nun vorgelegte Konzept sieht vor, dass die 20 Stellen im Pfarrdienst und in der Gemeindepädagogik künftig funktional ausgeschrieben und mit unterschiedlichen Ausbildungsprofilen besetzt werden sollen. 15 dieser Stellen sollen in den multiprofessionellen Teams vor Ort eingesetzt werden, fünf weitere Stellen in kirchenkreisweit operierenden Profilzentren wie der Jugendkir(s)che, der Begleitung Ehrenamtlicher, der Familienarbeit mit Kitas, im Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit. Die Kirchenmusik soll ein starker Bereich bleiben.

In den kommenden Jahren werden zudem viele Mitarbeitende und Pfarrstelleninhaber in den Ruhestand gehen. „Wir werden nicht alle Stellen neu besetzen können, das allein macht schon ein Einsparpotenzial aus“, betonte Christian Hartung. Doch Superintendent Markus Risch stellte auch klar: „Es wird im Kirchenkreis keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“

Das Konzept nennt mehrere konkrete Einsparungen. Der Kirchenkreis will weiter an den Schulen präsent bleiben, die Mediothek in Simmern soll allerdings geschlossen werden. Der bisherige Globalzuschuss für das Diakonische Werk soll gedeckelt werden, im Arbeitsbereich Flüchtlingsarbeit sollen zudem Doppelstrukturen überprüft und Refinanzierungen geklärt werden.

Von Einsparungen ausgenommen sind die Jugendkirche in Argenthal als Zukunftsprojekt im Kirchenkreis wie auch die Arbeit des Kita-Verbandes VEKiST. Auf dem Prüfstand steht aber das Jugendcafé in Simmern, wo der Kirchenkreis eine Kostenübernahme durch die Kommunen anstrebt. Auch soll das Frauenreferat im Kirchenkreis neu organisiert werden, es soll aber erhalten bleiben.

Ebenso stehen in der Verwaltung Änderungen an. Der Kirchenkreis beteiligt sich mit anderen Kirchenkreisen in der Region an einem fünfjährigen Transformationsprozess, an dessen Ende eine gemeinsame Verwaltung in mehreren Bereichen angestrebt wird. Und der Wegfall von Pfarrstellen hat Auswirkungen auf die Mitarbeitendenzahl in den Gemeindebüros. Hier soll es ein entsprechend angepasstes Konzept erarbeitet werden.

Sollten alle Vorschläge der Arbeitsgruppe umgesetzt werden, geht der Kirchenkreis von einem Einsparvolumen von rund 800.000 Euro aus, vieles wird aber auch von Gesprächen mit Zuschussgebern oder von Neukonzeptionen in einzelnen Arbeitsbereichen abhängen, die dann anstehen. „Die Kreissynode wird die Richtung bestimmen, was dann nach und nach umgesetzt wird. Der Prozess wird Zeit brauchen“, machte Superintendent Markus Risch in Kirchberg klar. Doch er betonte nochmals deutlich: „Wir müssen über Einsparungen reden, damit wir auch künftig unseren Auftrag, seelsorgerlich Kirche in unserer Region zu sein, erfüllen können.“

Die Kreissynode beginnt am Freitag, 12. Juni, um 15 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der evangelischen Kirche in Gemünden, danach finden die Verhandlungen im kommunalen Gemeindehaus in Gemünden statt. Neben dem Haushaltskonsolidierungskonzept stehen auch Wahlen, die Anbindung der Pfarrstellen an den Kirchenkreis, die Regionalisierung der Verwaltung und eine Konzeption für die nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und -musiker in den Kirchengemeinden an. Die Tagung endet am Samstag, 13. Juni, gegen 13 Uhr.