Kreissynode macht den Weg frei für eine Haushaltskonsolidierung

  • 13.06.2026

Die Kreissynode hat den Weg frei gemacht für eine Haushaltskonsolidierung des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Nach langen, intensiven und durchaus auch kontroversen Diskussionen stimmten die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden in Gemünden der vorgelegten Konzeption, die in den vergangenen Monaten von einer Arbeitsgruppe vorbereitet wurde, mit großer Mehrheit zu.

„Kirche muss sich anders aufstellen. Wir erleben viele Veränderungen, nicht nur in unserer Kirche, sondern auch in der Gesellschaft. Darauf müssen wir reagieren“, unterstrich Superintendent Markus Risch auf der Kreissynode. Das sei nicht leicht, es betreffe viele Menschen. Seine Bitte: „Es wird eine schwere Zeit, da es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig stützen, Hauptamtliche und Ehrenamtliche. Lasst uns zusammen an einem Strang ziehen. Die Kirche wird sich ändern, aber sie bleibt Kirche.“

Mit den jetzigen Sparbeschlüssen will sich der Kirchenkreis personell so aufstellen, dass beziehungsorientierte Seelsorge als Kernkompetenz sichtbar und wirksam sein kann. Auch in einer insgesamt stark veränderten kirchlichen Situation. „In dieser Situation wollen wir den Menschen Orientierung und gemeinschaftliche Nähe im Angesichts Gottes vermitteln“, betont der Kirchberger Pfarrer und Synodalassessor Christian Hartung, der die Arbeitsgruppe für die neue Konzeption leitete.

Nach der jetzt beschlossenen Konzeption soll es insgesamt 20 Vollzeitäquivalente im Pfarrdienst und in der Gemeindepädagogik geben, 15 davon in regionalen Teams und fünf in kirchenkreisweit operierenden Profilbereichen wie der Jugendkirche, der Schulung Ehrenamtlicher, der Familienarbeit in Zusammenarbeit mit Kitas, im Fundraising und in der Öffentlichkeitsarbeit. Daneben werden 3,5 Vollzeitäquivalente für die Kirchenmusik vorgesehen, mit Schwerpunkten in den Bereichen klassische Musik, Popularmusik und Musik mit Kindern und Jugendlichen. Angedacht ist der Aufbau einer Singschule als Profilzentrum.

Geschlossen wird die Mediothek des Schulreferats in Simmern am Schulzentrum zum Jahresende, in Gesprächen mit den Kommunen soll über eine Kostenübernahme für das Jugendcafé in Simmern gesprochen, beim Diakonischen Werk der Globalzuschuss gedeckelt werden. Enden wird der Vertrag mit dem Kindertagesstätten-Referat in Idar-Oberstein zum Jahresende. Der Kirchenkreis erhofft sich zudem Einsparungen durch einen Transformationsprozess in der Verwaltung mit sechs anderen Kirchenkreisen im südlichen Rheinland, der nun startet.

Für vieles andere sollen nun weitere Konzepte entwickelt werden, so beispielsweise für den Ausbau der jetzigen Gemeinsamen Gemeindebüros der vier Kooperationsräume im Kirchenkreis zu einer gemeinsamen Einrichtung. Auch soll parallel zur Gebäudebedarfsplanung und zum Konzept der Gemeindebüros ein Raumkonzept erarbeitet werden. Über all das wird die Kreissynode dann später entscheiden.

Ehrgeizige Ziele und Herausforderungen also, denen sich die Protestanten im Hunsrück und an der Mosel stellen. Klar ist, es muss gespart werden. Denn bereits im nächsten Jahr deutet sich im kreiskirchlichen Etat ein Defizit von rund 650.000 Euro an, wobei dieser Betrag in den Folgejahren noch steigen wird, sollte sich nichts ändern. Das jetzige Konzept rechnet bei einer vollständigen Umsetzung mit einem Einsparvolumen von rund 800.000 Euro. Entlassungen soll es allerdings keine geben.

Beschlossen wurde auf der zweitägigen Kreissynode die dauerhafte Anbindung der gemeindlichen Pfarrstellen an den Kirchenkreis. Bisher war dies nur befristet geschehen, doch mittlerweile hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland den Weg frei gemacht für eine feste Regelung, dem die Kreissynode nun auch entsprach. Ebenso wird eine Anstellung der nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker beim Kirchenkreis vorgesehen. Bisher haben diese Verträge mit einzelnen Kirchengemeinden. Und schließlich wurde auch noch gewählt: Markus Ahr aus Traben-Trarbach ist neues stellvertretendes Mitglied des Kreissynodalvorstandes, also der Leitung des Kirchenkreises.

Finanz- und Strukturfragen beschäftigen den Kirchenkreis schon länger, doch auch für die Gemeinden und Presbyterien ist dies alles eine Herausforderung. Dies soll bei der nächsten Synode im November Thema werden. „Kirche verändert sich, schon seit langem. Was wir nun in den Blick nehmen müssen, sind unsere Gemeinden und Presbyterien“, machte Superintendent Markus Risch deshalb deutlich. Dazu gehöre, auch über die Rolle der Gemeindeleitungen nachzudenken in einer Kirche im Wandel, wo manche Strukturen an ihre Grenzen stoßen würden. „Einerseits müssen wir anfangen, größer zu denken, aber gleichzeitig auch wieder viel kleiner denken. Denn in unseren Gemeinden sind lebendige Dörfer und Orte oft eigene wichtige Sozialräume. Deshalb gehören dazu auch neue Formen von Gemeindeleben, die zu überlegen sind. Darüber müssen und werden wir ins Gespräch kommen“, betonte der Superintendent bei der Kreissynode in Gemünden.

  • Dieter Junker
  • Dieter Junker