Tobias Hauth in Büchenbeuren ordiniert

In der evangelischen Kirche in Büchenbeuren ist Diakon und Gemeindepädagoge Tobias Hauth von Superintendent Markus Risch ordiniert und damit zum Dienst an Wort und Sakrament sowie zur Seelsorge berufen worden. Tobias Hauth, der aus der Pfalz stammt, arbeitet derzeit als Gemeindepädagoge im Kooperationsraum Kirchberg-Sohren und ist in der Kirchengemeinde Büchenbeuren-Laufersweiler-Gösenroth im gemeinsamen Pastoralen Amt mit Pfarrerin Sandra Menzel tätig.

„Für Dich ist entscheidend, gemeinsam mit anderen unterwegs zu sein. Mit den je eigenen Stärken und Schwächen“, meinte der Superintendent im Gottesdienst zu Tobias Hauth. Authentisch Mensch und Christ sein, das präge das Leben des Gemeindepädagogen, das sei ihm in der Jugendarbeit wichtig. „Wenn man Dich anruft, Dir begegnet, Dich um etwas bittet: Man erfährt ein Lächeln, eine gewisse Unkompliziertheit und Gelassenheit“, unterstrich Markus Risch.

Und dies solle Christinnen und Christen kennzeichnen, denn sie seien Erlöste. „Jesus verspricht, wiederzukommen. Darauf warten wir im Advent. Und wir wissen: Er kommt jeden Tag zu uns, um uns Kraft, Trost und Freude zu sein. Denn wir sind Erlöste“, unterstrich der Superintendent und verwies auf das Wort im Lukas-Evangelium: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Darum sollten Christinnen und Christen dies immer wieder auch zum Ausdruck bringen, erhobenen Hauptes, nicht abgehoben, fügte der Superintendent hinzu.

Tobias Hauth sei in der Jugendarbeit gelandet, seit zehn Jahren im Kirchenkreis aktiv. Zunächst in der Jugendhilfe, dann nach der Diakonenausbildung in der Jugendarbeit als Gemeindepädagoge, nun die Ordination. „Dir ist eine ,Homebase´ wichtig, Du hast sie in Christus gefunden. Auch, wenn wir vielleicht selbst mal zweifeln, wenn wir glauben, weit weg von Glauben und Erlösung zu leben, dann sagt der, der da war und der da ist und der da kommt, Jesus Christus: es ist doch alles gut“, gab der Superintendent Tobias Hauth mit auf den Weg.

„Schön, dass ich heute hier stehen darf. Und ehrlich gesagt: Vor einigen Jahren hätte ich mir das nicht vorstellen können. Mit 23, mitten in der Ausbildung, war für mich klar: Predigen – das kann ich nicht. Zu viel Unsicherheit. Zu viel Zweifel. Also habe ich es damals abgebrochen. Und nun stehe ich hier. Mit einer Predigt. Mit einem Talar. Und mit einem Jesaja-Vers, der mich lange begleitet hat: Die auf den Herrn vertrauen, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler“, betonte Tobias Hauth in seiner Predigt.

Wenn Jesaja sage, „Die auf den Herrn vertrauen, kriegen neue Kraft“, dann spreche er zu einer Gemeinschaft im Ausnahmezustand, so Hauth. „Dieser Blick hilft auch uns, unsere kirchliche Situation realistisch und zugleich hoffnungsvoll zu sehen. Ja, vieles wirkt erschöpft. Mitgliedszahlen sinken, Strukturen wanken, Vertrauen ist beschädigt. Aber Jesaja erinnert daran: Gottes Kraft entsteht nicht erst nach der Krise, sondern in ihr.“ Aber eine Krise nehme auch Selbstverständlichkeiten, sie stelle Fragen, was es wirklich brauche, um Kirche zu sein. „Vielleicht ist es nicht zuerst ein Apparat, vielleicht nicht eine perfekte Ordnung, vielleicht wieder der Kern: Menschen, die einander tragen. Gemeinschaft, die Aufwind schenkt. Glaube, der von Gottes Zukunft her lebt.

Vertrauen in Gott heiße nicht, dass alles leicht werde oder sich füge. Vertrauen heiße, nicht alles kontrollieren zu müssen, loslassen zu dürfen, wenn keine Antworten zu finden sind. „Ich kann hoffen, dass mich Gottes Kraft erreicht, manchmal leise, manchmal unerwartet. Wer vertraut, fliegt nicht aus eigener Stärke. Wer vertraut, findet Thermik – Momente, Menschen, Aufwinde, die Gott schenkt. Als ich dachte, nicht predigen zu können, war es nicht meine Stärke, die mich weiterbrachte. Es war die Wärme, die mir in Beziehungen begegnet ist, Vertrauen, das andere mir geschenkt haben. Diese menschliche Nähe wurde für mich zum Aufwind. Und mittendrin, manchmal kaum spürbar, hat Gott seine Hand unter mein Leben gelegt. Und sein Aufwind hat mich getragen“, betonte Tobias Hauth.

Viele waren zum Ordinationsgottesdienst nach Büchenbeuren gekommen, der vom Kinderchor und vom regionalen Singkreis mitgestaltet wurde. Bei der Ordination assistierten Nicol Sowa und Hannah Werner, liturgisch leitete Pfarrerin Sandra Menzel den Gottesdienst.

  • 13.12.2025
  • Dieter Junker
  • Red